Leserfrage von  Josef B.: „Mein Sohn ist 50 Jahre alt und hat zur Altersvorsorge in den Carmignac Investmentfonds (WKN A0DP5W) investiert. Er spart monatlich 200 Euro, der Gesamtanlagebetrag liegt bei 12 000 Euro. Wie beurteilen Sie den Fonds, auch in Hinblick auf die Probleme in den Schwellenländern? Soll er den Fonds lieber verkaufen?“

Antwort von Franz Haimerl:

Gleich zu Beginn die Antwort: Nein, Ihr Sohn soll den Fonds keinesfalls verkaufen.

Doch zuerst einige Fakten zu der derzeitigen Allokation, das heißt, wie und in was ist der Fonds investiert? Die Investitionsquote liegt bei 100 Prozent (60 Prozent ist die Mindestaktienquote), Cash wird somit derzeit kaum gehalten! Die Aktienquote des Fonds liegt bei rund 96 Prozent, wovon etwa 80 Prozent in den Industriestaaten (USA, Europa und Japan) investiert sind. Der Rest ist durch die Schwellenländer (Brasilien, Mexiko, China inklusive Hongkong, Indien und die Türkei) abgedeckt. Die größte Währungsposition liegt im US Dollar mit knapp 50 Prozent der Investitionsquote. Anleihen werden derzeit keine gehalten! Ebenso bestehen zur Zeit keine erwähnenswerten Absicherungen, weder für die Aktien-, noch für die Währungsmärkte. Das halten wir zumindest für bemerkenswert, denn das Fondsmanagement benutzt Absicherungsinstrumente als durchaus taktischen und sehr wichtigen Part, um das Portfolio zu steuern. Man kann daraus folgern, dass das Management um Édouard Carmignac eine optimistische Sicht auf die Aktienmärkte hat.

Nun zu Ihrer Teilfrage in Bezug auf die Schwellenländer. Wie Sie wissen, investiert dieser Fonds auch direkt in die Schwellenländermärkte, und zwar sowohl im Aktien-, als auch im Anleihen-Bereich. Diese Märkte stehen derzeit nicht gut im Vergleich mit den Industriestaaten – und wie immer bei komplexen Zusammenhängen, gibt es keine einfachen und kurzen Antworten. Nur so viel: viele Länder in den sogenannten Emerging Markets hatten in den letzten Jahren enorme Geldzuflüsse, die sich speziell seit Beginn der Zinserhöhungsdiskussion im Mai letzten Jahres wieder umgekehrt haben. Die Folge waren enorme Kapitalabflüsse. Und dies belastet die Börsen. Dazu kommen strukturelle Probleme in vielen Staaten dieses Bereiches (zum Beispiel Brasilien), weil die guten Zeiten nicht gut genug genutzt wurden, um Reformen voran zu treiben. Dies rächt sich gewissermaßen nun in Zeiten, in denen kein oder wenig Kapital in diese Länder fließt. China beispielsweise als einer der wichtigsten Märkte versucht das Schattenbankenwesen in den Griff zu bekommen, gleichzeitig verwandelt sich die Gesellschaft in eine Konsumgesellschaft, was enorme soziale Veränderungen mit sich bringt. Ebenso werden mögliche vorhandene Immobilienblasen durch massive Maßnahmen der Zentralregierung bekämpft. Insgesamt legt die chinesische Politik inzwischen den Schwerpunkt auf qualitatives und nicht mehr nur quantitatives Wachstum. Das alles bewirkt aber, dass derzeit diese Märkte von den Börsen kritisch gesehen werden. Die gerade im Moment vorhandenen politischen Spannungen in der Ukraine und teilweise auch in der Türkei, beeinflussen das Denken der Anleger und verstärken eher noch die kritische Haltung gegenüber den Schwellenländern.

Nach Ansicht von Carmignac führt dennoch an diesen aufstrebenden Volkswirtschaften kein Weg vorbei, weshalb auch wir mittel- bis langfristig diese Märkte und Börsen recht positiv einschätzen. Carmignac ist volkswirtschaftlich geprägt und handelt auf Grund eigener Analysen und dadurch entstehenden Überzeugungen.

Der Carmignac Investmentfonds ist einer der langfristig empfehlenswertesten internationalen Aktienfonds. Sein Anlageerfolg ist beeindruckend, lediglich im kurzfristigen Vergleich bis zu drei Jahren hinkt der Fonds seiner Vergleichsgruppe hinterher – zumindest im direkten Vergleich mit den Spitzenfonds der letzten Jahre. Im Fünf-Jahresvergleich erzielte das Fondsmanagement eine jährliche Rendite von durchschnittlich elf Prozent, auf zehn Jahre rund neun Prozent und auf 15 Jahre durchschnittlich gut zehn Prozent pro Jahr (alle Zahlen vor Kosten). Wir sind also der Meinung, dass Sie einen sehr guten internationalen Aktienfonds haben, bei dem es sich lohnt zu investieren.