Leserfrage von Christa E.:
„Ich bekomme demnächst ein Enkelkind und suche eine sinnvolle, sichere Geldanlage, die dann mit 18 entweder an das Kind oder, falls aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, an eine andere Person ausgezahlt werden kann.
Antwort von Franz Haimerl:
Zuerst gratulieren wir zu Ihrem Enkelkind und wünschen Ihnen für den neuen Erdenbürger alles Gute! Dieses Kind wird in eine Welt hinein geboren, die sich mit noch vor einigen Jahren unvorstellbaren Staatsverschuldungen auseinander setzen muss. Themen wie Inflation oder Deflation, niedrige Zinsen für Sparer, negative Realrenditen, also Zinsen abzüglich der Inflationsrate, beherrschen das komplette Gebiet der Kapitalanlagen. Sogar Staatsbankrotte sind denkbar geworden, gerade die älteren Mitbürger erinnern sich noch mit Grausen an die Währungsreform Ende der 40iger Jahre. Folge der niedrigen Zinsen ist zwangsweise, dass früher speziell von den Deutschen geliebte Anlageprodukte wie Bausparer, Banksparpläne und Lebensversicherungen nicht mehr im Vordergrund stehen. Die zu erwartenden Renditen sind einfach zu gering.
Die heute jungen Menschen werden zudem in Zukunft immer mehr eine Minderheit in unserem Land darstellen, die Gesellschaft wird mit der Zeit überaltern. Mit großen Folgen für die Altersversorgung – denn die private Altersversorgung bekommt zwangsweise ein immer größeres Gewicht, da die gesetzliche Altersversorgung alleine nicht mehr ausreichen wird, den Ruhestand zu finanzieren. Eine zudem permanent steigende Lebenserwartung macht die Sache nicht einfacher, da das angesparte Kapital zusammen mit eventuell vorhandenen gesetzlichen oder betrieblichen Altersversorgungsansprüchen diese längere Lebenserwartung auch finanzieren muss.
Leser dieser Seite werden deshalb nicht überrascht sein, dass wir aus all den zuvor kurz skizzierten Gründen einen monatliche Sparplan für einen internationalen Aktienfonds für die sinnvollste Methode halten, Ihrem zukünftigen Enkel einen Grundstock aufzubauen. Warum? Weil Sie dadurch in die Grundsubstanz einer jeden Volkswirtschaft investieren, nämlich in Unternehmen! Der sogenannte Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreisbildungs-Prinzip) wird dafür sorgen, dass die in Zukunft auf den Aktienmärkten sicher auftretenden Schwankungen geglättet werden und somit akzeptable Renditen bei diesen Sparplänen entstehen können. Natürlich muss mit zunehmender Zeit speziell zum geplanten Ende der Ansparzeit laufend überprüft werden, ob entstandene Gewinne nicht gesichert werden sollen, um den Anlageerfolg am Ende nicht durch unvorhergesehene Börsenturbulenzen zu gefährden.
Renditebeispiele von monatlichen Sparplänen in internationale Aktienfonds, die in den letzten 18 Jahren tatsächlich nach Kosten entstanden sind: Templeton Growth Fund 5,91 Prozent pro Jahr. Carmignac Investissement 9,5 Prozent , DWS Vermögensbildung I 5,2 Prozent pro Jahr. So entstand beim Carmignac Beispiel aus 100 Euro monatlicher Sparrate ein Endbetrag von knapp 55 000 Euro. Eine Summe also, mit der man tatsächlich sein Erwachsenenleben beginnen kann. Das wichtigste Argument zum Schluss: das von Ihnen für Ihren Enkel abgesparte Geld wird in reale Sachwerte – nämlich in Unternehmen global investiert, nicht in Schuldentitel oder Papiergeld.