Ernst S.: „Leider wird mein Fonds, der SEB Immoinvest (Inhaberanteile P), aufgelöst. Jetzt möchte ich meine Inhaberanteile verkaufen. Ist das sinnvoll? Wenn ja, wie beziehungsweise wo kann ich diese Anteile ohne Risiko verkaufen?“
Antwort von Franz Haimerl:
Fonds in Abwicklung: Anteile verkaufen?
An den Zweitmarktbörsen (zum Beispiel in Hamburg) wird der Fonds derzeit mit rund 25 Prozent Abschlag angegeben, wobei so gut wie keine Umsätze zu sehen sind. In diesem Zusammenhang einige Informationen für Sie: die Immobilienfondsmarke „SEB“ ist quasi vom Markt verschwunden, seit die Gesellschaft Mitte März 2015 an eine britische Immobilien Investment Gesellschaft (Cordea Savills) verkauft worden ist. Die schwedische Finanzgruppe SEB hat sich somit vom deutschen Immobilienfondsgeschäft komplett zurückgezogen. Die prominente Ex-Chefin der SEB Asset Management (SEBAM) – Barbara Knoflach – ist inzwischen nicht mehr für den Fonds tätig. Die neue Mutter des Fonds (Savills) und damit auch die für das Management verantwortliche Instanz, wird den Fonds vermutlich genauso abwickeln, wie es auch ohne den Eigentümerwechsel passiert wäre. Bis Ende 2017 soll das gesamte Portfolio verkauft sein, der Fonds somit in Gänze abgewickelt werden.
Wir können die Managementleistung von Savills nicht beurteilen, somit sind wir genauso gespannt auf die Immobilienkompetenz von Savills, wie Sie es als Anleger sein werden.
Einer uns vorliegenden Studie aller in Deutschland zurzeit in Abwicklung befindlichen offenen Immobilienfonds zu folge, sind beim SEB Immoinvest bisher Immobilien in Höhe von rund zwei Milliarden Euro verkauft worden. Der Fonds dürfte damit ein Restimmobilienvermögen von rund vier Milliarden Euro haben.
Ob diese Immobilien bis April 2017 komplett verkauft werden können, entzieht sich unserer Kenntnis.
Bisher zumindest können wir festhalten, dass der Fonds in den letzten drei oder auch fünf Jahren deutlich weniger verloren hat, als andere in der Abwicklung befindliche Fonds.
Sollten Sie also den Fonds über die Zweitmarktbörse verkaufen können, realisieren Sie ausgehend vom jetzigen regulären Fondspreis etwa 25 Prozent Verlust und beenden quasi dieses Investment vorzeitig. Ansonsten müssen Sie mindestens bis Ende 2017 warten, um das endgültige Ergebnis des abgewickelten Fonds zu kennen. Das kann bei weniger als 25 Prozent Verlust, aber auch bei mehr liegen. Niemand kann das derzeit ernsthaft beantworten. Bei einem jetzigen Verkauf hätten Sie zumindest die Liquidität in Händen und könnten das Kapital anderweitig investieren. Aber auch hier gilt, dass niemand die Zeit bis Ende 2017 an den Börsen vorhersehen kann. Es ist somit eine schwierige Entscheidung zu treffen, ohne handfeste Fakten in Händen zu halten. Ein abschließender Rat ist nicht möglich.