Hans B.: „Meine Frau und ich (beide 65) sind neben unserer gesetzlichen Rente auf Kapitalerträge angewiesen. 100 000 Euro sind als Festgeldtreppe angelegt. Unser Wertpapierdepot von 200 000 Euro besteht aus stark diversifizierten Aktien-ETFs und Renten-ETFs. Um das Depot nicht immer wieder überprüfen und anpassen zu müssen, denken wir darüber nach, alle ETFs zu veräußern und dafür je zur Hälfte den Fonds ARERO und den Fonds db x-trackers Portfolio TR Index ETF zu kaufen; eventuell auch zu dritteln und ein Drittel in einem dividendenorientierten ETF wie dem iShares EuroStoxx Select Div. 30 ETF anzulegen. Ist das aus Ihrer Erfahrung und Perspektive vernünftig oder gibt es Geeigneteres?“

Antwort von Franz Haimerl:

Welche Fonds und ETFs rentieren sich?

Zu Beginn eine grundsätzliche Antwort: Das Festgeld liefert Ihnen eine reale Negativverzinsung, die Renten-ETFs haben grundsätzlich ein enormes Kursrisiko. Aktien beinhalten die Ihnen bekannten Kursrisiken, aber auch auf mittlere und längere Sicht höhere Renditechancen. Dies gilt für Einzelpapiere, aktiv gemanagte Fonds und natürlich auch passive ETFs. Selbstverständlich gilt dies auch für dividendenorientierte Spezialfonds oder ETFs. Den „ARERO“ stufen wir als offensiven Mischfonds ein (Vergleichsgruppe). Innerhalb dieser Gruppe hat er in den letzten Jahren ein deutlich unterdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Für uns keine Empfehlung. Beim x-trackers TR dagegen würden wir zustimmen. Ausgewogene Struktur und gute Ergebnisse. Beim Dividenden x-Trackers gibt es ein differenziertes Bild: kurzfristig stärker als die meisten aktiv gemanagten Investmentfonds, auf fünf Jahre deutlich im Hintertreffen (zum Beispiel im Vergleich mit Threadneedle Pan European Equity Dividend Fund). Unser Rat: ETFs und aktive gemanagte Fonds mit nachprüfbar erstklassigen Ergebnissen und Cash als Ergänzung. Ihr Cashanteil ist unserer Ansicht nach zu hoch, außer die Festgeldtreppe bringt noch Ertrag.

Sie werden sich weiterhin bei unruhigen Märkten um Ihr Depot kümmern und Ihre Positionen überwachen müssen. Seit die Notenbank die „Geldherrschaft und Politik“ übernommen hat, gibt es keine allzeit gültige und bequeme Anlage mehr. Grundsätzlich ist die von Ihnen beschriebene Allokationsaufteilung in Ordnung, lediglich die Cashposition ist in dieser Höhe überprüfungswert.